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Ray City aka Razer City

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76 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:04 am

Mia lächelte, "Ich bin Gesellschaftlerin, meine Aufgabe ist es anderen zuzuhören, wie spannend ihre Leben sind, nicht um sie mit meinen Geschichten zu erzählen. Natürlich könnte ich jetzt bei diesem einen Alligator anfangen, oder dem Zebra, oh und da war auch mal eine Frau...aber ich glaube nicht, dass dich meine Geschichten ernsthaft interessieren, hihihi," kicherte sie.

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77 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:14 am

LTF

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Für eine Sekunde wollte sich Sierra umdrehen, um ihr eigenes Lächeln mit Mia teilen zu könne, bis sie - erneut - die Augenbinde realisierte.
Blödes Teil...
Den Gedanken es einfach abzunehmen verwarf sie allerdings wieder schnell, nicht wissend, ob sie noch innerhalb der Stadt waren oder nicht.

Sierra wusste nicht so recht, was sie unter "Gesellschaftlerin" verstehen sollte. Im ersten Moment etwas ganz "spezielles", aber irgendwie... Hatte sich Sierra solche Frauen immer anders vorgestellt. Ja wie denn? Gute Frage... Sie hatte selbst keine Antwort darauf.
Allerdings wollte sie Mia - schon gar nicht vor den 2 Kerlen - in Verlegenheit bringen.

Nachsichtigkeit fühlt sich gut an.

...

S.:"Ich wette, dass eine oder andere Interessante ist sicher dabei!"

Sie konnte nicht kichern. Nicht, weil sie nicht wollte. Sie konnte es nur einfach nicht. Ganz oder gar nicht eben bei dieser Füchsin.
Egal was sie Mia fragen wollte, jedes Mal kam entweder Gedanke bzgl. Skorpia oder die Furcht, in ein Fettnäpfchen treten zu können, auf.

S.:"Dann vielleicht was ganz anderes? Dieser Baker... Kannst du mir mehr über ihn erzählen? Wenn er wirklich mit Robotnik im Bunde steht, dann will ich auf jeden Fall wissen, wer der Kerl ist."

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78 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:23 am

"Du musst dir das Machtverhältnis so vorstellen: Im Zentrum hat sich Robotnik eingenistet, im Norden haben wir Free Dagger und den Länderrat, im Osten haben wir die Überreste des Informationsnetzwerkes SHADE und im Süden den Piratenkönig. Es gibt Gerüchte, dass Baker der letztgenannte ist, aber lass mich dich aufklären: Egal was sie sagen, er ist ein Mann, ein alter Mann mit Rückenschmerzen der in einigen Jahren verreckt weil er Krebs hat," erklärte Mia vollkommen hemmungslos.

"Die Sache mit ihm ist, ähnlich wie Robotnik über eine Nacht das gesamte Königreich der Acorns überrannt hat, gilt Baker als einer von drei gefürchteten Piraten, neben dem König selbst. Er soll für eine Reihe von Massakern im Süden verantwortlich sein und vor vielen Jahren den größten Schmugglering ins Acornsche Reich besessen haben. Er soll dabei seine Frau verloren haben. Die Gerüchte besagen, dass als sie von den Ordnungskräften gefangennommen wurde, er ihr eine Kugel durch den Kopf gejagt hat," sie begann sich wieder Luft zuzufächern.

"Und er kennt keine Angst. Im Guten wie im schlechten. Es heißt, dass er sich niemals zurückzieht, es sei denn er sieht einen taktischen Nutzen und wie jeder Pirat unter den Luftschiffpiraten hat er ein großes Ego. Etwa halb so groß wie das von Fiore de la Gardia, aber dennoch. Was gibt's noch zu sagen, er ist eine Berühmtheit, seine Hauptwaffe ist ein Messer und er soll einmal alleine gegen tausend Mann gestanden haben," beim letzten kicherte sie. DAS tat sie definitiv selbst als ein Ammenmärchen ab, aber gewünscht war gewünscht.

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79 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:34 am

LTF

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Auch wenn es nicht zum Lachen war, so war es doch lustig.
Sie war "wirklich" auf der Schattenseite von Mobius - Augenbinde hin oder her - denn je mehr sie von dieser ganzen Gesellschaft erfuhr, desto mehr kam sie sich vor, als stnde sie im Kreis von Verbrechern.

Robotnik, klar. Den konnte man sich leider nicht wegwnschen.
Im Norden "Free Dagger" - was sie sich niemals merken konnte - und im Osten "SHADE". Klang war nicht "b￶se", wurde aber in einem Atemzug mit allen anderen genannt.
Das mit den Piraten war ihr bewusst. Schon vor Jahren, also schon vor Robotnik, hatte es immer wieder Probleme mit Piraten zu Land, Luft und "natrlich" zu Wasser gegeben. Damals waren die Piraten unter der Armee des K￶nigs und den "freien Helden" jedoch in der Unterzahl.

Sie musste sich nur merken diesem Baker bei n¦chster Gelegenheit das Licht auszupusten. Egal ob Piratenk￶nig oder nicht, es w¦re auf jeden Fall eine gute Seite.
Sie musste unbedingt mal ein wenig Zeit fr sich finden... Ausser im Bett natrlich. Es gab noch zuviel an sich selbst, dessen Sierra sich nicht sicher war. Kampfknste, St¦rke, Schnelligkeit... Sie musste genau bescheid wissen, damit es im Ernstfall nicht zum... Naja... Ernstfall kam.

Gleichzeitig nicht auffallen.

...

Leise verfluchte sie Robotnik und schwor sich ihn eigenh¦ndig zu erwrgen. Warum? Weil er ihr Leben einfach extrem stressig machte.

Ja, allein deswegen.

...

Langsam bekam sie jedoch eine Idee, wie sie wieder aktiv werden k￶nnte.

S.:"Fiore... Das ist der rote Vogel oder? Wenn Baker Luftpirat ist, was ist dann der?"

Sie z￶gerte einen Moment.

S.:"Ausser bescheuert, mein ich."

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80 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:38 am

Sie kicherte, "Ein unsterbliches Monster."

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81 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:39 am

LTF

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Sie musste fast lachen.

S.:"Ein unsterblich in sich selbst verliebtes, bescheuertes Monster... Meinst du wohl."

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82 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:45 am

"Das kommt Hand in Hand, Schätzchen," belehrte Mia scherzend.

"Ernsthaft: Was Baker an Fähigkeiten hat, besitzt Fiore an Glück. Er ist der zweite dieser 'großen drei' Piraten. Sein neuester Rekord ist, dass er von Robotniks Truppen gefangengenommen wurde und durch 'eine Reihe glücklicher Zufälle' fliehen konnte. Soweit ich es weiß hat er eine ganze Menge kleiner Narben, jede aus irgendeinem Gefecht. Mal hat er sich am Stuhlbein gestoßen und es so einer Kugel ausgewichen, mal hat jemand eine Flasche über seinen Kopf zertrümmert und wurde, als er K.O. herabsank von dem Schwert aufgeschlitzt, was den Vogel hätte durchschneiden sollen und immer ist er derjenige, der den 'Überraschungsmoment' hat. Das ist eine Frage des 'Egos'. Er soll ernsthaft mal in einem Überfall auf sein Schiff umzingelt worden sein und mit den Worten: "Genau in die Falle," sein Schiff in die Luft gejagt haben. Seine Crew hat's nicht überlebt, er schon," führte die Katze aus.

"Protip von jemanden der sich auskennt: Solange du es vermeiden kannst, beschäftige dich nicht mit ihm, unter Luftschiffpiraten sagt man, das bringe Pech."

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83 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:51 am

LTF

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Das hatte sie weiß Mobius nicht vor.
Wenngleich sie ihn hätte erwürgen können, wenn sie an seinen ersten Spruch gedacht hatte. "Schöne Augen", von wegen. Wegen diesem Mistkerl hatte Sierra den gestrigen Abend fast nicht einschlafen können. Nicht, dass sie Interesse hätte - das Gegenteil.
Es war jetzt noch eine Mischung aus reiner Wut und Ekel, wenn sie daran dachte.

...

S.:"Das heißt, wenn ich Glück... Oder er Glück hat und ich ihm es heimzahlen will, dass das direkt nach hinten losgehen kann, wie? Tolle Sache."

M.:Hm? Was heimzahlen?"

Sierra, die sich im Moment wirklich hätte erschlagen können, reagierte sofort.

S.:"Nichts, echt nichts."

...

S.:"Also Baker und Fiore. Wer ist denn dann der 3. im Bunde?"

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84 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 1:56 am

Das Mädchen seufzte, "Verschwende deine Zeit nicht mit ihm, am besten denkst du garnicht daran dich irgendwie mit einem von den Piraten anzulegen. Robotnik ist bereits ein verdammt großer Feind, Skorpia reicht auch. Diese Leute noch? Mädchen, du bist zu jung für einen Zweifrontenkrieg."

Dann machte sie eine Pause. "Der letzte gilt als Gentleman-pirat. Ich hatte nie die Ehre ihm direkt zu begegnen, jedoch habe ich gehört das er ein Militär ist, stets gerade stehend, freundlich zu den Damen, ehrenhaft, selbstlos. Er ist soziemlich das Gegenteil von Fiore. Entsprechend kann man sich natürlich fragen wie er Pirat wurde. Sie nennen ihr Deserteur und man sagt ihm nach das er von irgendeinem großen Staat alle Prototyp-pläne gestohlen haben soll," sie lachte erneut, bekam dann die Frage nach dem Namen nochmal an den Kopf gefeuert.

"Oh, hab' ich das nicht gesagt? Nein, sorry...oh, wie war er noch gleich. Ahja, genau..."

Sie faltete den Fächer zusammen, "Marshall."

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85 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 2:07 am

LTF

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"Du bist auch nicht viel älter", gab die Füchsin prompt auf die Bemerkung bzgl. ihres Alters zurück.

"Glaub ich... Zumindest"

"Ich will mich nicht mit der ganzen Welt anlegen, aber ich hab' echt zu lange in Ray City gesteckt. Ich hab' das Gefühl die ganze Welt hätte sich in den letzten Jahren verändert. Ich war echt zu lange da."

Reue? Nicht wirklich. Eher Wehmut, da sie wieder an Dragon dachte.

"Marshall, Fiore und Baker also. Ich war nie ein Freund von Piraten."



"Ich möchte mich nützlich machen, das ist es, was ich will. Ich hasse es, einfach nur ein Teil von irgendwas zu sein. Ich muss aktiv sein.“

Sie sprach voller Stolz.

"Es gibt viele Dinge, die mich zur Zeit beschäftigen. Nicht nur Skorpia. Ich will mit an einer Front sein, die das Richtige macht. Einfach, weil ich es kann und will."

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86 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 2:20 am

Mia lehnte sich zurück, "Viel Spaß beim Suchen."

Eine Front, kämpfen. Sie schaute das andere Mädchen bitter lächelnd an. Heroismus lag ihr persönlich gar nicht, daher beließ sie es auch mit Stillschweigen für die restlichen Minuten, Stunden?

Sie war verwundert, so lange waren sie noch nie Gefahren.

"Wo zum Geier sind wir?"

"Kilometer entfernt von eurer Stadt, ich weiß nicht wieviele. Wir sind jetzt 3 Stunden unterwegs."

"Was?" fragte die Katze entsetzt.

"Es bedarf noch eine Stunde, dann sind wir an der Quelle, Shangri-La."

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87 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 2:25 am

LTF

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''Hä“, platzte es aus Sierra heraus.

''Ich dachte wir verlassen Shangri-La.''

Sierra sah sich – würde man sie fragen – als ''Heldin''. Wenn die Frage käme warum, wäre die Antwort einfach:

Weil sie es kann.
Irgendwann muss jeder mal die Entscheidung treffen, welchen Weg man gehen will. Sie hat sich für die ''gute'' Seite entschieden und bereute es nie.
Hingegen waren ihr ''schmutzige'' Geschäfte oder eine ''Berufung“ wie Mias völlig fremd.



Die Länge der Fahrt interessierte sie nicht, aber sie hatte schon wieder dieses mulmige Gefühl.
Es war so überschwemmend, dass sie ihre Hand bereits an der Augenbinde hatte... Konnte sich aber noch einmal zusammenreißen.

''Brauchen wir diese Dinger noch?! Ich werd' noch verrückt.''

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88 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 2:28 am

"Ja, die Kanalwege sind ein Geheimnis von uns Fährratten," antwortete der Fährmann.

"Und was deine erste Frage angeht: dass war das Shangri-La welches wir bauten und aus dem die Stadt der Oberweltler entsprang, wohin wir gehen, ist das einzig wirkliche Shangri-La, dessen Position nur jene erfahren, die es würdig sind."

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89 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 2:34 am

LTF

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2 Gedanken brachten Sierra sofort zum Schweigen.
Zum einen die Bemerkung bzgl. der ''Würdigen''. Da sie nach wie vor auf einem Boot waren, wollte sie nicht als Unwürdige in Mitten dieser ihr unbekannten, wahrscheinlich dunklen und ewig weit reichenden Höhlen über Bord gehen.

Zum anderen... Wollte sie einfach nicht unhöflich sein.



''Mein Vater hat mir vor langer Zeit mal erzählt, dass es keine überirdischen Rattenstädte gebe und diese ziemlich schwer zu finden seien'', sagte Sierra... Sie hoffte der Ratte damit irgendwie zusprechen zu können.

Nach einem Moment der Ruhe und der Überlegung, was Sierra noch ohne Gefahr fragen konnte, erinnerte sie sich an etwas.

''Mia, das Mädchen, dass in der Arena stand... Die Weiße. Reika oder? Das war doch auch die, die mit uns beiden in dem Zimmer war. Wie geht es ihr? Ich hab nach dem Unglück in der Arena nichts mehr darüber gehört.''

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90 Re: Ray City aka Razer City am Fr Okt 14, 2011 2:42 am

Mia antwortete nicht, gab nur ein, "Reika," von sich, welches man vielleicht als belächelnd abtun konnte.

Jedes weitere Eingehen auf das Thema unterband sie mit einem leisen Kichern. Und so verging auch die letzte Stunde, ehe die Ratte sagte.

"Das Licht, nehmt die Augenbinden ab."

Sie taten es und sahen als erstes vollkommene Dunkelheit, mit nur einem einzelnen Licht am Ende des Tunnels.

"40 Kilometer Luftlinie liegen zwischen uns und eurer Heimat, ich hoffe, ihr werdet das hier bequemer finden."

...

Als sie rauskamen wurden sie von einer seichten Brise begrüßt und die Augen aller drei weiteten sich. Archaisch wirkende Bauten waren zu sehen, mit Wurzeln überdeckt. Sie selbst waren in einer Art See mit einer künstlichen, aus stein bestehenden insel in der Mitte, an der die anderen Fährratten ihr Boote angedockt hatten. Von dieser Insel ging eine Treppe nach oben. Sie sahen Berge und der Dschungel um sie herum sprach von der Distanz die sie zurückgelegt hatten.

"Das Dorf ist zwischen den Bäumen verteilt, doch solltet ihr Aki schnell ausmachen, sie ist einfach geradeaus, folgt dem Trampelpfad bis zur Lichtung, dort wird sie sein. Ich selbst muss zurück, ich habe noch einen anderen Kunden zu befördern heute."

Es war bereits Nachmittag, als die drei aus dem Boot stiegen und sich in Richtung Lichtung aufmachen wollten.

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91 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 10:30 am

LTF

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Shangri-La

Das Juwel des Waldes
14:07

Genauso wie die Menschen auf der Erde ihre Legenden hatten, so hatten die Mobianer ihre eigenen. Eine davon, überall auf dem Planeten bekannt, war die Legende von der Stadt Shangri-La. Viele kannten die Legende, doch nur wenige wirklich etwas über diesen wunderbaren Ort.
Das aussergewöhnlichste, was zugleich der Grund für die Verbreitung war, ist die Tatsache, dass es unzählige Orte auf dieser Welt gab, die diesen Namen trugen. Alle mit einer ihr ganz eigenen Schönheit und Einzigartigkeit verbunden.

Die Städte der Ratten. Shangri-La.

Da Ratten sehr zurückgezogen und meist auch nur unter ihrer eigenen Rasse lebten, gab es nur wenig, was von ihnen bekannt war und nicht von ihnen selbst verbreitet wurde. Zum einen die Tatsache, dass das Volk der Ratten in 2 bestimmte Typen unterteilt wurde. Die ''Oberländer'', die Ratten, die oberhalb der Erdoberfläche in Wäldern oder ähnlichen Verstecken ihre Städte errichteten...
Dazu im Gegenteil die ''Unterweltler'', die unter der Erde – meist unter den Städten anderer Völker oder Mischstädten – lebten und dort eine andere Art von Schönheit in ihre Städte einfingen. Jemand, der es in 2 Worte fassen wollte, könnte es in ''Licht'' und ''Schatten'' zusammenfassen.

Der größte Unterschied der beiden Rattenarten war tatsächlich ''nur'' ihr Fell. Während die Unterweltler dunkles, braunes oder schwarzes Fell hatten und ebenso gerne in den schwarzen Roben herum rannten – im Schutze der Dunkelheit sozusagen – so hatten die Oberländer ein helles, meist graues Fell.
Zwist gab es zwischen ihnen nicht, überhaupt war den meisten Mobianern Rassismus in jeder Form fremd.

Vielleicht, weil Mobius zu bunt bevölkert war.



Dieses Shangri-La war im Zentrum eines großen, an die Wüste angrenzenden Waldes errichtet worden. Durch die Nähe zu dem Shangri-La unter Ray City hatten die beiden Rattenstämme – auch wenn den Begriff niemand mehr benutzte – seit je her gute Beziehungen gepflegt. So war es auch eine Selbstverständlichkeit ihren vom Untergang bedrohten Brüdern und Schwestern Einlass zu gewähren.

Dieser Ort war gewaltig. Jedoch nicht in der Fläche, sondern auf Grund der Art und Weise wie es errichtet worden war. Sah man, so wie Mia und Sierra gerade, vom untgersten Winkel aus, die Stadt, fielen einem zuerst die gewaltigen Bäume ins Auge... Sowie die unzähligen Fenster, Balköne und Treppen welche wohl im Inneren keinen Platz mehr gefunden hatten.
Diese Bäume verdienten keine andere Beschreibung. Sie hatten das Ausmaß eines Fußballstadions, von der Höhe gar nicht erst zu sprechen.
Nicht alle Bäume des Waldes und schon gar nicht der Umgebung waren bewohnt. Es schien, als ob nur die 3 Bäume, die in einem 3eck zueinander standen, von den Ratten ausgehölt und als Wohnort benutzt wurde. Alle, die darin keinen Platz fanden, hatten sich einfache, kleine Holzhütten zu deren Wurzeln errichtet.

Es duftete nach Natur. Laub... Leben.
Von der Stadt her überwältigte einen die Stimmen, Geräusche... Der Klang eines lebendigen Ortes. Man konnte die Stimmen derjenigen, die an den Stegen arbeiteten – und sich zumeist liebevoll anbrüllten – hören. Dahinter, nur als Rauschen ankommendes, Gemisch aus den Stimmen der beschäftigten Ratten auf den Wegen.
Der Ort war nicht in einen Sumpf, sondern in einen gigantischen See gebaut worden. Das Ufer war weit entfernt, so dass man einem unachtsamen sogar zutrauen konnte die Stadt zwischen den 3 gewaltigen Bäumen zu übersehen, würde man nicht richtig hinsehen.
Um jedoch nicht auf Wasser bauen oder eine schwimmende Stadt in Kauf nehmen zu müssen, hatten die Großväter ihrer Großväter in der Mitte des Sees Steine versenkt. So viele, dass diese aus dem Wasser ragten und genug Platz für Lebensraum schufen. Heutzutage konnte sich niemand mehr vorstellen etwas so gewaltiges zu schaffen... Doch so war es oft im Hinblick auf die Geschichte.



Sierra fror entsetzlich. Waren es hier, im Lichte der Öffnung, die zwischen den 3 Bäumen gehalten wurde, sicher wunderbare 18 – 20 Grad, so war es nichts im Vergleich zu der Hitze, die in den Ruinen Ray Citys – der Wüstenstadt – geherrscht hatte. Mia schien nicht darunter zu leiden. Immerhin hatte sie in den ewigen Schatten des Höhlensystems gelebt.

Das Zittern und Schlottern hatte, trotz des Versuchs Mias Sierra Wärme in die Arme zu reiben, erst aufgehört, als das kleine Boot an einem der Holzstege festmachte. Die Fährratte sprang vom Boot, streckte seine Beine durch und ließ dann die an einem Stab befestigte, Glocke erklingen. Kaum erklangen eilten 3 graue Ratten herbei um den Passagieren aus dem Boot zu helfen und das Gepäck zu verladen.
Die grauen Ratten dieses Ortes verzichteten wie bereits erwähnt das Tragen solcher Roben. Sie waren wie alle anderen Mobiander – meist dem Geschlecht unterschieden – knapp bekleidet. Die Männer beschränkten sich auf Hand- und normale Schuhe. Die Damen der Rattenwelt griffen in der Regel noch zu einem Lendenschurz und einem Bustier.

Wenngleich man keine Rattendame am Hafen arbeiten sah.

Sie hatten spürbar lange gesessen. Sierra wäre bei dem winzigen Stück zwischen Boot und Steg beinahe ins Wasser gefallen, da ihr ihre Beine nicht so gehorchen wollten, wie sie es erwartete. Der beherzte Griff eines grauen Arbeiters – der sie glatt von den Füßen hob – verhinderte das ungewollte Bad in dem verhassten Nass.
Mia ließ sich – ganz ladylike – direkt an die Hand an Land führen.

Auf die von Sierra gemachten Streckübungen – Hände an Füße – und den Kniebeugen verzichtete sie. Nicht, dass sie nicht konnte. Die junge und ganz und gar nicht ladylike Sierra dabei zu beobachten vertrieb jede Form von Wille in Richtung einer Streckübung.
Das Gepäck wurde zu den Bergen der Kisten und Schachteln der wohl zuvor angekommenen Unterweltler gelegt.
Eine graue Ratte, die neben einem Klemmbrett auch noch eine Wollmütze und Weste trug – ganz klar einer der Verantwortlichen – hatte die 3 Passagiere gefragt, was wem gehörte und jedes Gepäckstück einzeln beschriftet. Sie würden in die Zimmer und Häuser gebracht, in die der vertriebene Stamm erst mal einen Ort zum Schlafen finden sollte. Einige mit den Oberländern zusammen, andere unter sich. Nur die wenigsten – meist die mit entsprechenden, ''flüssigen'' Mitteln bekamen eine Einzelunterkunft.

Zu was Mia gehörte konnte wohl nur sie selbst sagen, als sie – fern von Sierras Blick – mit dem Verwalter sprach.

Der Blick der Füchsin war kerzengerade in den Himmel gerichtet. Sie verfolgte den Verlauf der Bäume und genoss das Scheinen der hier ''schwächeren'' Sonne auf ihr Gesicht. Eine wohltuende Wärme die nichts mit der bösartigen, gnadenlosen Sonne in der Wüste gemeinsam hatte.
Zumindest gefühlt.

Die Sorgen und Pläne, die Sierra in den letzten Stunden bzgl. ihres eigenen Lebens – gar Existenz – gemacht hatte, waren verflogen. Sie war jetzt hier und ob Sierra, Kopie oder was auch immer... Sie war sie und sie war jetzt hier.

''Ich bin froh, dass du meinem Rat endlich gefolgt bist...''

Sprach eine raue Stimme fernab der Neuankömmlinge, weit über deren Köpfe zu der Gepardin, die gerade an der dampfenden Teetasse nippte.
In dem südlichen Baum, irgendwo zwischen den höchsten Fenstern, konnte man über den Balkon in die Wohnung des Stammältesten sehen. Eine alte, weise, graue Ratte... Die sich niemals ohne ihren mit Schnickschnack verzierten Stab aus dem Haus ging. Das graue Fell war längst weiß geworden und die Augen unter einem Wust aus herunter hängenden, ebenso weißen, Augenbrauen verborgen. Seine Stimme war rau, drückte aber auch eine unglaubliche Väterlichkeit aus.

Jeder liebte ihn. Jeder folgte ihm.

In dem Wohnzimmer, welches mit einfachen, aus Holz gemachten Möbeln und einfachen Wandverzierungen geschmückt war, saßen nur Aki und Rotto. Einst ein starker und entschlossener Kämpfer, heute die geachtetste und sicherlich älteste Ratte in ganz Shangri-La.
Seine Tasse stand noch auf dem Tisch.

Aki und Rotto hatten schon seit Monaten darüber gesprochen, das hiesige Shangri-La der Unterweltler zu verlassen und zu ihren Vettern der Oberländer zu kommen. Die Gepardin hatte diesen Vorschlag – oder Bitte, wie Rotto es stets nannte – immer höflich zurück gewiesen. Es war nicht nur ihre Stadt, sondern auch ihre Heimat gewesen.
Doch war es in den letzten Wochen mehr und mehr offensichtlich gewesen, dass ein Überleben dort aktuell nicht möglich war. Vor der Eroberung durch Robotnik hatte Rotto einen solchen Vorschlag nie gemacht. Man wertete den Lebensstil der verschiedenen Rattenstämme nicht ab. Sie waren von Grund auf verschieden, aber typisch für Ratten.
Beide.

''Ich wünschte, dass sich unsere Kinder unter anderen Umständen näher gekommen wären, als bisher.''

Rotto nannte seine Ratten immer Kinder. Irgendwann hatte er sich zwar angewöhnt alle, die jünger waren ''seine Kinder'' zu nennen, doch es störte niemanden.

Aki nickte zunächst still, nicht traurig... Jedoch mitgenommen von dem Stress und den Strapazen des Tages. Zwar hatte sich niemand gegen das Verlassen der Stadt gewehrt, ganz im Gegenteil, so war es eben vielleicht deswegen eine Tortur gewesen nach und nach eine ganze Stadt mit den winzigen Booten durch die Kanäle zu führen.
Irgendwie hatte es funktioniert.

''Ich weiß deine Gastfreundschaft wirklich zu schätzen, alter Mann''

Sie hatte ihn nie anders genannt. Er musste jedes Mal deswegen lächeln. Niemand sonst sprach ihn so respektlos an. Doch das war für ihn ein eindeutiges Zeichen der Achtung und der Freundschaft, die die beiden dickköpfigen Anführer verband.
Wie viele Stunden hatten sie darüber diskutiert, was das beste für alle wäre.

''Ich bin wirklich froh, dass jeder so tatkräftig mit anpackt.''
''Mein Sohn leistet wirklich gute Arbeit. Ich muss mir wirklich keine Sorgen um meine Kinder machen, wenn ich einmal nicht mehr bin.''

Rottos Sohn, Trii, war ein gutherziger und glücklicher junger Mann. Er hatte, wie sein Vater eine stolze Erscheinung und das Charisma eines Anführers. Wie der in die Jahre gekommene Rotto jedoch an einen gerade mal 16 Jahre alten Sohn gekommen war, mochte niemand zu sagen.
Man wollte nichts darüber sagen.

Er wurde geschätzt und war fleissig. Er hatte die blauen Augen seiner Mutter.

''Du bist doch viel zu stur um den Löffel abzugeben.''

Er lachte, was bei ihm mehr wie ein Husten klang. Aki kannte den Unterschied und musste schnell mitlachen. Sie war lange nicht mehr so ausgelassen gewesen, auch wenn ihre Sorgen davon nicht vertrieben wurden.
Als Anführer gehörte es mit dazu, sich immer Sorgen zu machen.

Aki warf einen Blick auf ihre Uhr, eine aufziehbare, goldene Taschenuhr und nickte zufrieden. Alles im Zeitplan.

''Die letzten Boote müssten gleich in Shangri-La ankommen. Es müssten die letzten sein.''
''Ich bin froh, dass du dich immer noch so sehr um deine Kinder bemühst. Die Boote, die gerade angekommen sind, sind meiner Zählung nach schon die 3., letzten Boote. Sie können froh sein, eine so fürsorgliche Mutter zu haben.''

Es war der Gepardin zwar nicht die liebste Beschreibung, aber sie lehnte sie nicht ab.
Das Boot mit Mia und Sierra waren besagte, 3., letzten Boote. Hinter ihnen waren noch einige unterwegs. Ob sie nun noch Passagiere hatten oder nicht, konnte Aki nicht sagen.

Sie wollte nur niemanden vergessen zurücklassen.

''Du bist 100 Jahre zu früh dran, mich eine Mutter zu nennen, alter Mann.''

Sie lachten wieder.

''Wenn du sicher bist, das alle deine Kinder angekommen sind, treffen wir alle Maßnahmen.''

Jedem war klar, dass Robotnik irgendwann das Shangri-La unter Ray City finden und zerstören würde. Damit würden allerdings auch die Tunnelsysteme gefunden werden. Gewaltig oder nicht, Robotnik hatte die Mittel alle zu erfassen und irgendwann wäre auch dieser Ort gefunden worden.
Nach der Sprengung würden die beiden Höhlen, die jetzt noch wie winzige Inseln aus dem Wasser ragten, in der Tiefe versinken.

Ray Citys Shangri-La wäre zwar nicht verloren, aber erst mal unerreichbar.
Wobei sowohl Aki, als auch Rotto schon Pläne hatten – nach dem nie verlorenen Glaube, Robotnik würde irgendwann fallen – die Verbindung wieder herzustellen.

''Ich habe dir eine Wohnung im östlichen Baum gesichert. Ich denke sie wird dir gefallen.''

Sie hatten darauf verzichtet im selben Baum eine Wohnung zu haben, da sie einander respektierten und den Gleichstand darstellen wollten.
Aki war seinen Worten folgend aufgestanden, hatte die inzwischen leere Tasse auf den Tisch gestellt und war zum Balkon geschritten. Das Licht, das von aussen herein schien, überblendete alle Wunden der Vergangenheit und verliehen der Gepardin wenigstens in den Augen Rottos ihre alte Schönheit wieder.

''Ich weiß nicht, wie ich dir jemals danken kann.''

Rotto prustete ernüchternd durch seinen nicht vorhandenen Bart und ließ seinen Stab einmal auf den Boden klopfen. Er grummelte etwas unhörbar vor sich hin und wartete, bis er sich von seiner ''grausamen Wut'' erholt hatte.

''Dummes Kind. Wir sind Familie. Da dankt man nicht für so was!''

Aki lächelte wieder. Irgendwie schaffte er es immer.

''Danke Opa.''



Ihr Blick wanderte hinunter zu den noch immer schwer arbeitenden Ratten. Da die Schwarzen nicht wussten, wo was hinkommen sollten, machten überwiegend die Grauen die Tragearbeit. Dafür sorgten die Schwarzen dafür, dass sich jeder benahm.
Niemand wollte direkt nach der Ankunft die Dankbarkeit eines jeden verunglimpfen... Dennoch liefen sich gerade jetzt noch fast jeder einem jedem auf die Füße oder Schwänze.

Wo man hinsah war Betrieb.

Irgendwann, als ihr Blick Richtung Stege fiel, erspähte sie sogar im dichten Getummel Mia und die Füchsin... Sierra hieß sie. Aki hatte sie nicht vergessen, das war nicht ihre Art. Allerdings war die Füchsin am frühen morgen nicht wach zu kriegen und da sie nicht warten konnte, war sie gegangen. Eines der nach dem Boot für Mia geschickten Boote hatte die Aufgabe nach ihr zu sehen.
Dass Mia sie nun auf gegabelt hatte, beruhigte die Gepardin enorm. Zwar kannte sie das Mädchen nicht gut, aber sie schien ein gutes Herz zu haben und bemühte sich. Zudem unterlag sie zumindest solange Akis Verantwortung, wie diese in ihrem Haus geschlafen hatte.

Dass sie nun Mia folgte, nahm ihr diese Verantwortung wieder ab.

Sie kannte Mia. Die beiden Mädchen würden sich verstehen.

''Wenn wirklich alle angekommen sind, sollten wir zu unseren Kindern sprechen.''

Natürlich würden sie das. Letztendlich erwarteten alle, wie es nun weiter gehen sollte. Geführt von der Güte ihres Vaters und der lieben Strenge ihr Mutter...

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92 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 11:31 am

Den Kommentar mit der Mutter hatte sie nur mit einem leichten Lächeln beantwortet, nichts weiter. Als Wache hatte sie schließlich eben ihre eigene Tochter abgestellt.

Die junge Frau hatte sich über das Gespräch neben die Fronttür gestellt. Man war sich bewusst, dass das nur Formularität war, wenn man bedachte mit was für einem Schlag von Person Aki normalerweise interagierte.

Sie wusste, dass ihre Mutter Rotto beim ersten Treffen beinahe angefallen hätte, wegen seiner Art, wegen ihrer. Sie wusste auch, dass Aki nach 20 Jahren unter den anderen Matriarchinnen ein unendliches Maß an Geduld besaß und wusste wie man zu reden hatte.

Einiges konnte sie jedoch nicht verheimlichen, zum Beispiel, dass sie garnicht glücklich war darüber, das Mia hier war. Aber immerhin konnte man das ignorieren und wer weiß, vielleicht würde sich ihr Charakter bessern, wenn man ihr die Chance geben würde.

...

7 Personen waren jetzt in der Stadt, 6 Nicht-ratten.

Die anderen Unterweltler Ratten hatten wahrscheinlich alte Familienmitglieder ausgegraben und sich über das gesamte System verteilt. Über die Städte, die kleineren Kommunen, oder sich ein Haus am Kanalrand gebaut. Doch diese Acht, wer waren sie?

Die erste war die Echse die mit den Mädchen mit war, er hatte sich still die Augenbinde entfernt und ohne war ohne ein Danke an den Fuhrmann verschwunden, nicht das ihn das störte. Diese Leute wussten Traditionen nunmal nicht zu schätzen.

Die Echse, oder besser, der Leguan, war eine der Schwarztuniken und als solcher hatte er Anweisungen von Aki bekommen, was zu tun war, als er hier angekommen war. Er wusste, das Zeit wichtig war und auch wenn sein Weg Wochen dauern würde, müsste er versuchen SHADE zu kontaktieren. Gerade wenn Baker sie verraten hatte, würde es ein ernsthaftes Problem geben.

Cecilia breitete ihren Schlafsack in der Ecke der Werkstatt aus. Die Ratten hatten zuerst komisch geguckt, als sie deklariert hatte, dass dieses Land jetzt offiziell Protektorat ihres Imperiums war und sie somit hier frei verfügen durfte. Zum Glück waren die Ratten allerdings diese Sorte von exzentrismus bereits von allen ihren Unterweltlichen Brüdern gewöhnt.

Die Unterweltler zählten als besonders glückliche Ratten, die stets wussten, wie man eine Feier organisierte und durchführte. Sie galten als Hilfsbereite, liebenswürdige und oftmals eben exzentrische Persönlichkeiten.

Felias war eine Partyratte, wenn er nicht gerade damit beschäftigt gewesen war seinen Nachbarn im Haus gegenüber anzubrüllen, weil dieser die Wäsche falsch aufgehangen hatte. Sein Job hier war simpel, mit Cousins, Onkeln, Neffen und deren Freunden reden und alles für heute nacht organisieren, ohne dass die Chefetage was davon mitbekam. Die Moral musste gehoben werden und es galt für ihn jetzt bereits Fässer zu schlachten.

Plucked wirbelte mit dem Gehstock einmal quer durch den Raum, ehe er diesen gegen einen Besen schmetterte. Er nickte zufrieden und schaute zu dem verwunderten Verkäufer, "Den nehme ich, der ist hübsch, super Gehhilfe."

Er hatte sich noch um nichts gekümmert, wollte ersteinmal eine neue Waffe haben, da beim Fabrik-angriff seine letzte Kaputtgegangen war. Danach könnte er seine Koffer nehmen und sich bei einem der Leute unterlassen, die Felias ihm vorgeschlagen hatte. Er war selber erstaunt gewesen wieviele Verwandte der Kerl hatte. Danach: Nach Reika schauen. Er hatte die Bootsfahrt versucht mit ihr zu reden, im Gegensatz zu keiner Reaktion, hatte sie bei jedem Versuch angefangen zu weinen. Er schloss es darauf, dass er sie beim letzten Treffen zusammengeschlagen hatte.

Er hasste sein altes Ich.

Reika schaute in den Himmel. Der Ast unter ihr war alles andere als Bequem, ja, aber sie störte das nicht. Es war soviel anderes. Die verwaschenen Erinnerungen, Whites einfaches Verschwinden, die Schmerzen, die die ganze Zeit durch ihren Körper gingen, besonders in der Halsgegend und das Fakt das sie keine Ahnung hatte was los war. Sie war kurz nach ihrer Ankunft hier einfach schreiend in den Wald gerannt, weil sie den ganzen Input nicht vertragen hatte.

Dafür genoss sie den Gesang der vielen Vögel, das Rauschen der Blätter.

Vielleicht würde der Tag noch richtig gut werden.

Oder auch nicht, dachte sich der behutete Kerl, als er sein letztes Geld zu einer Ratte schob. Er mochte es garnicht zu verlieren, aber was sollte es, dafür hatte man ihm wenigstens zugesagt, dass sie, wenn sie nach Razer City zurückkehren würden offiziell keine Einschränkungen mehr hatten, wieviel sie kaputt machen könnten. Er hatte es toll gefunden, wie ehrlich Aki bei dieser Aussage gelächelt hatte. Natürlich, sie hatte alles an dem Ort gehasst und wollte jetzt einen besseren aufbauen. Mit ihr an der Spitze wäre das vielleicht sogar eine Möglichkeit.

Aber nur vielleicht, dachte sich Tiamat, die Tochter von Aki und die einzige Schwarztunika, abseits von ihrer Mutter, in der Stadt. Sie schaute stumm zu, als ihre Mutter auf den Balkon ging.

Familie, sie lächelte. Die Ratten waren immer der beste Teil von Shangri-La gewesen und selbst nach dem Ende ihrer Heimat hatte sich das nicht geändert. Wer weiß, vielleicht würde es bei einem neuen Versuch ja besser klappen.

Aki nickte, "Tiamat, geh' du schonmal in unser neues Zuhause und genieß dann den Tag. Schaut aus als müsste ich eine neue Rede halten, ein wenig ehrlich zu den Leuten sein."

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93 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 12:19 pm

LTF

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Mia und Sierra machten das, was jeder Neuankömmling in dieser Stadt machte... Völlig planlos durch die Gegend marschieren und darauf warten, dass man irgendwo zur Hand gehen konnte oder einen Platz zugewiesen bekam.
Die Gesellschaft der Füchsin störte Mia nicht oder sie verbarg es gut.

Zumindest hatte es Sierra so im Gefühl.

Die weiteren Gespräche, die sie führten, waren allerdings weniger ''informativ'', wie zuvor auf dem Boot. Sie sprachen über die frische Luft, das Wetter... Das Treiben der Ratten und anderen Tiere und wie ''natürlich'' alles wirkte.
Für die Füchsin war es, so sprach sie es auch aus, als ob diese Ratten es geschafft hatten wirklich im absoluten Einklang mit der Natur leben... Ohne wirklich hinterwäldlerisch zu wirken. Auf einer der 4 Wege, die vom zentralen Platz zwischen den Bäumen ausgingen, befand sich der tägliche Markt.

Hier befanden sich im Prinzip alle Händler der Stadt. Das meiste von den angebotenen Dingen, die von Lebensmitteln, über einfachste Kleidung – also kaum Prunk und Glämmer – bis hin zu Möbeln reichten, waren selbstgemacht. Nur wenig Ware von aussen wurde angeboten.

Als Mias Blick auf einen Stand mit eben dieser, von aussen heran gebrachten Ware – Kleidung – angezogen wurde, blieb Sierra mit den Augen rollend zurück.
Sie hatte noch nie verstanden, wie man so sehr auf das Äussere achten konnte. Quasi musste, wenn man das Klischee einer Frau erfüllen wollte. Dennoch war es immer wieder nervig zu sehen, wie wahr das Klischee im Endeffekt doch war.

Da Sierra Augenrollen und Arme verschränken nicht genug waren, um ihr Desinteresse klar zu machen, verabschiedete sie sich von Mia... Was diese glatt überhörte... Und ging allein ihres Weges weiter. Ein flaues Gefühl in ihrer Brust erinnerte sie daran, dass sie sich noch Gedanken machen könnte, doch mit dem Entschluss, das auf den Abend zu verschieben, verschwand das Gefühl wieder.



Sie musste irgendwie an Geld kommen. Viel braucht sie nicht... Nur genug um sich ein paar der Dinge zu kaufen, die sie beim Angriff auf die Dragons verloren hatte. Zum Essen bot sogar Razer City genug... Also würde dieser Wald dies – so erwartete es Sierra – im Überfluss anbieten.

Eine Idee, wie sie an Geld kommen sollte, hatte sie allerdings nicht.

N Job?



Sie hatte auf ihrem Weg durch die Stadt Plucked gesehen, der – zumindest äusserlich – aus einem der Geschäfte getreten war. Allerdings vermied Sierra es ihn anzusprechen. Keinen Grund, keine Verbindung. Wenn, dann konnte sie später noch versuchen mit der ganzen Wache zu sprechen.

Wobei...

Während sie so durch den lebendigen Ort wanderte, Barfuß über den erdigen Boden – Sierra liebte es – kam ihr der Gedanke, dass sie sich vielleicht gar nicht an die Wacht klammern sollte. Vor den Dragons war sie auch immer unterwegs gewesen.
Wieso nicht jetzt auch?

Die Wacht bzw. Akis Leute im Allgemeinen schienen in Razer City die einzige Möglichkeit zu sein, sich am Kampf gegen Robotnik zu beteiligen. Jetzt lag eine neue Stadt, ein gigantischer Wald und alle Himmelsrichtungen offen.
Solange sie sich von Razer City fern hielt, hatte sie theoretisch nichts zu befürchten.

Sie könnte nach Norden gehen. Dort hatte es in den Bergen auch mal eine Gruppe Freedom Fighter gegeben. Allerdings war das Jahre her und wer weiß, wie es ihnen jetzt ging.

Irgendwann, ohne zu merken, dass es ruhiger geworden war, fand sich Sierra an der Grenze zum Wald wieder. Kein Wunder, dass es so still war... Gleichzeitig beruhigte sie die Stille aber auch. Als ob sie die aufkommende Entspannung spüren konnte, hob sie den Kopf um einmal richtig durchzuatmen und erspähte das, womit sie am wenigsten gerechnet hatte...

Nun gut, das womit sie am wenigstens gerechnet hätte wäre wohl ein tanzender Robotnik gewesen, aber das lag auch ganz weit oben auf der Liste.

Es war die weiße Katze. Von der Schwarzen zu der Weißen... Bemerkte die Füchsin still, aber schmunzelnd.

Als die Weiße, offensichtlich Sierras Anwesenheit spürend, nach unten sah, reagierte die Füchsin erschrocken und brach den Blick sofort. Beschämt sah sie zu Boden und kratzte sich an den zugeklappten Ohren.

''Sorry, ich wollte dich nicht anstarren. Hab' mich nur gewundert, was du hier machst.''

Sie erwartete keine Antwort.

''Lass dich nicht von mir stören. Bin schon wieder weg.''

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94 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 12:27 pm

Die Katze hatte übernacht ihre Haartracht verändert, wo vorher ein drucheinander von Zöpfen war, lag jetzt eine kurze, zerstrubbelte Mähne dar.

Sie schaute die kleine Füchsin kurz apathisch an, ehe sie mit den Augen rollte und ein "Was auch immer," von sich gab. Das Mädchen drehte sich wieder dem Himmel zu. Sie hatte wichtige Gedanken um die sie sich Gedanken machen musste, dachte sie zumindestens. Im eigentlichen Sinne starrte sie in die Leere während Leere ihren Kopf erfüllte. Was vielleicht sogar besser war, sie mochte nicht zuviel nachdenken, ließ den Kopf schmerzen und zu einem Ergebnis kam man auch nicht.

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95 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 12:38 pm

LTF

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Hö?
Dieses Wort beschrieb die Reaktion Sierras wahrlich perfekt.

Sierra kannte Reika nicht gut bzw. gar nicht, aber dass sie ihr antworten würde, hatte sie nicht erwartet.

Irgendwie bewegte das die Füchsin zu bleiben und wieder zu ihr hoch zu sehen. Immerhin schien die Katze nicht wütend oder genervt von der Unterbrechung ihrer... Meditation?



Langsam wurde Sierra unangenehme Gefühle echt leid. Sie brauchte echt mal jemanden, mit dem sie sich unterhalten konnte, ohne jemand völlig Fremdes gegenüber... Bzw. unter diesem Jemand zu stehen. Bildlich gesprochen.

''Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst... Ich bin... Sierra'', immerhin kam ihr das leicht(er) über die Lippen.

''Du hast mich gestern gerettet. In der Arena, weißt du noch? Ich wollte dir dafür danken.''

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96 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 12:44 pm

Ein Ausschrei der Wut war, was folgte ehe die Katze auf die Knie ging, sich zur Füchsin wendete und ihre Hände in den Himmel warf. "Nein, kann ich nicht! Ich kenne keinen von euch! Könnt ihr nicht aufhören mich zu nerven? Es reicht schon das ich acht Jahre meines Lebens verpasst habe, White weg ist und ich keine Ahnung habe wo ich bin, da könnt ihr Vollidioten nicht ernsthaft erwarten, dass ich..." der Rest verging in Gemurmel als sie sich wieder umwendete.

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97 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 12:57 pm

LTF

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Völlig bis auf die Knochen erschrocken war die Füchsin ein ganzes Stück zusammen gezuckt, als die Weiße plötzlich vor ihren Augen ausrastete. Sie stand auch noch in der schützenden Haltung, die Hände leicht gehoben da, als sie nur noch murmelte.

Nach ein paar Sekunden... Legte sich das allerdings wieder und entspr...

''Ich erwarte gar nichts von dir verstanden, Süße?!

Entsprechend der Katze, reagierte die Füchsin schneller, als der Autor schreiben konnte.

''Du willst wissen, was Probleme sind?! DU hast deine Freunde doch noch! DU weißt wenigstens wer du bist und DU willst mir irgendwas von Problemen erzählen?''

Sie hielt die Fäuste noch geballt – zitternd – während sie mit wütenden Blick zur Katze hinauf sah.

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98 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 1:08 pm

Der Blick änderte sich...Freunde?

Cecily hatte sich verändert, Lander war größer, das Waisenhaus war weg, White war weg.

Sie ging mit ihrer Hand hinter ihren Rücken, dort wo sie Whites Jacke als Kissen verwendet hatte und begann, sich darin zu vegraben, Tränen rannen ihr Gesicht hinab.

Im großen und ganzen hatte sich die Welt verändert und sie selbst war ebenfalls älter geworden, ihr Fell hatte eine andere Farbe, aber wirklich 'sie'? Sie war irgendwo vor acht Jahren und jetzt wurde ihr das vorgehalten.

Sie wünschte sich ernsthaft einfach aufzuwachen, das Emma ihre Hand halten würde, die Widder versuchen würden sie zum lachen zu bringen. Das ab dem Punkt, wo der Vagrant aufgekreuzt war, alles nur ein schlechter Traum war.

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99 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 1:25 pm

LTF

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Wer war die nur?!

In der einen Sekunde ruhig, dann wütend... Jetzt weinte sie.
Allerdings zeigte es genau dieselbe Wirkung auf Sierra, wie es auf jedes männliche Wesen dieser Welt gezeigt hätte...
Sofortige Reue, Mitgefühl und das Bedürfnis die Weiße in die Arme nehmen zu müssen.

Bis auf das letzte stimmte es für Sierra.
Zum einen wusste sie nicht, wie sie da hoch kommen würde, zum anderen... Würde sie es sicher bereuen. Mal davon ab, dass sie von dem ganzen ''Umarmungskram'' nichts wissen wollte.

Da sie sie aber zum Weinen gebracht hatte, konnte sie sie auch nicht einfach stehen lassen.
So stand sie da, öffnete den Mund ein paar Mal für irgendwelche Beruhigungsmantras, während ihre Handbewegung ihr Schweigen nur umso unsicherer wirken ließ.

''Hey Mia'', dachte sich Sierra. ''Ich hab Reika gefunden und sofort zum Heulen gebracht''

So in etwa war der Gedankengang der Füchsin. Keine gute Idee.



Was hätte Tigress jetzt gemacht? Oder Muddle?

Sie überlegte angestrengt und schluckte schwer, ehe sie wieder sprach.

''Shhh... Komm' schon. Ist doch alles in Ordnung. Kein Grund zum Weinen, ok? Schau her, alles gut.''

Sie lächelte so natürlich wie möglich, sich ätzend peinlich fühlend, ohne zu wissen, ob Reikas nächste Reaktion das Brechen ihres Genickes war.

''Eins nach dem Anderen, hm? Wir sind in Shangri-La, ok? Die Stadt da drüben. Alles gute Typen.''

Ohne es zu wissen, natürlich.

''Wein' doch nicht.''

Sie wollte es nicht sagen, es kam ihr so unsagbar albern vor. Seufzend, allerdings vollkommen geräuschlos, sprach sie es dann aber dennoch aus.

''Ich kenn' hier auch niemanden. Lass uns doch...''

Überwindung!

''Freunde sein.''

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100 Re: Ray City aka Razer City am Sa Okt 15, 2011 1:42 pm

"Hau einfach ab..." war die simple Antwort einer Person, die die letzten 14 Stunden nur mit Nachdenken verbracht hatte und gelindegesagt zu fertig war um irgendwas noch zu machen.

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